Funktionsweise von Nachtsichtgeräten
Wie schon gesagt, gibt es verschiedene Arten von Nachtsichtgeräten. Zuerst sollen die Bildwandler und Restlichverstärker näher erläutert werden.
Bei allen üblichen Nachtsichtgeräten ist das zentrale Bauteil des Gerätes die Bildwandlerröhre oder der Restlichtverstärker. Diese sind für die Umwandlung des unsichtbaren Infrarotlichtes in ein sichtbares Licht verantwortlich und das Gerät könnte ohne dieses Bauteil gar nicht arbeiten. Die aufgenommene Strahlung trifft auf eine Fotokathode, die auf einer Seite des Bauteils angebracht ist. Dabei werden Elektronen ausgelöst, die auf der gegenüberliegenden Seite ein Bild erzeugen. Dazu müssen sie unter Hochspannung im Vakuum beschleunigt werden. Der Leuchtschirm, auf dem das Bild angezeigt wird, ist in der Regel leicht grünlich. Um die Umgebung abzubilden, werden Glasbauteile benutzt, die das Bild auf die Fotokathode führen. Damit ist die Betrachtung der doch recht kleinen Bildschirme vergleichbar mit der Abbildung der Umgebung, die durch ein Fernglas oder den Sucher einer Handkamera betrachtet werden kann. Ist die vorhandene Infrarotstrahlung oder das Restlicht schon zu gering, so können Infrarotlampen helfen, die Umgebung auszuleuchten und das Licht zu verstärken. Das Licht dieser Lampen ist ebenfalls für das menschliche Auge nicht sichtbar. Diese Geräte, die nach dem Bildwandlerprinzip arbeiten, werden besonders von Jägern oder auch im militärischen Bereich genutzt. Am Tage sind sie völlig nutzlos, ein gewisses Dämmerlicht muss vorhanden sein.
Nachtsichtgeräte werden in so genannte Generationen unterschieden. Es gibt zum einen die Generation Null, die bereits seit den vierziger Jahren bekannt ist. Schon im Zweiten Weltkrieg wurde diese Technik genutzt. Dieser Generation folgte die Generation Eins, die eine höhere Verstärkung durch den Einbau einer Elektronenoptik ermöglichten. Zudem war die Verkleinerung des Bildes mit dieser Generation erstmals möglich. In den meisten Fällen wird bei diesen Geräten mit der Verstärkung der Beleuchtung durch eine Infrarotlampe gearbeitet. Da die Nachtsichtgeräte jedoch recht unhandlich und groß sind, werden sie vor allem in militärischen Fahrzeugen genutzt. Generation Zwei besitzt zusätzlich eine Mikrokanalplatte, die eine bessere Verstärkung des vorhandenen Restlichts ermöglicht. Inzwischen gibt es weitere Generationen, die aber alle auf der Technik der Generation Zwei basieren. Als letztes sind noch die Wärmebildgeräte zu nennen. Sie nutzen die Wärmestrahlung verschiedener Objekte, um ein Bild zu erzeugen. Sie werden besonders von der Polizei und dem Militär bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt. Sie können zudem auch am Tage genutzt werden, da sie nicht auf Dämmerlicht angewiesen sind.